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Überfrisst sich die EU an Keksen?

Ihr kennt sie, diese lästigen Cookie-Banner die uns wie Schmeißfliegen beim Besuch einer Website nerven. Wir sollen hektisch irgendeine Entscheidung treffen ohne richtig zu verstehen, was wir hier eigentlich entscheiden und welche Konsquenzen eine Fehlentscheidung im Detail haben könnte. Zu verdanken haben wir diese unnatürliche Panik und Klickwut der EU.

Bevor ich mit dem Artikel ins „Keks-Detail“ gehe, möchte ich erstmal einen Rückblick in die Historie wagen um Klarzustellen, wie ich die Gesamtsituation einschätze. Um es einfach und nachvollziehbar zu halten, schauen wir uns Deutschlands Liebling – das Auto – an.

Damals

Bonn, 01.01.1976

Die Bundesrepublik Deutschland führt die Gurtpflicht zum Schutz der Bürger ein. Der Hersteller wurde demnach verpflichtet in jedes Fahrzeug das in Deutschland neu zugelassen wurde, Gurte zu verbauen. In Folge kam es zur Anschnallpflicht. Das fanden nicht alle Verbraucher gut, aber die Sicherheit war technisch damit gegeben.

Würden wir dies heute so nicht haben, würde die EU heute möglicherweise folgendes machen:

Heute (fiktiv)

Brüssel, 01.01.2020

Die EU erlässt eine Verordnung, wonach der Fahrzeug-Händler zum Schutz der Bürger geeignete Mittel an die Hand geben muss, um diese bei einem Aufprall mit dem Fahrzeug effizient schützen zu können.

Die EU Staaten hätten nachfolgend die Möglichkeit, die Verordnung per Gesetz detailliert zu formulieren, würde es dies aber vorläufig nicht tun. Damit gilt lediglich die Verordnung – die viel Spielraum, vor allem aber mehr Fragen als Antworten hinterlässt.

In Folge würden sich viele Berater und Anwälte aufmachen um den Händler bei der Umsetzung der teils schwammigen EU-Verordnung zu unterstützen, der Zubehör-Markt für Sicherheitstechnik würde verschiedene fragwürdige Produkte entwickeln um Passagiere vor Unfällen zu schützen und Gerichte hätten eine Menge Arbeit damit, die ordnungsgemäße Umsetzung einer im Detail nicht ausreichend beschriebenen Verordnung auf Korrektheit zu überprüfen und im Zweifel zu interpretieren und zu sanktionieren.

Die EU und Ihre Cookies

Genau wie in dem fiktiven Beispiel, versucht die EU nun seit dem Jahr 2002 – also seit mittlerweile 18 Jahren diese „böse“ Cookie-Verwaltung irgendwie zu regulieren um den Bürger zu schützen und nimmt den Betreiber einer Website in die Verpflichtung.

Seit 18 Jahren mit enormen Aufwand im Dienste der Bürger mit dem Ergebnis, dass inzwischen gefühlt jede Seite in unterschiedlichsten Ausführungen vor Cookies warnt, oder Zustimmungen einholt bei denen ein Großteil der Internetnutzer mehr oder weniger schon bei der Zustimmung überfordert sein sollte. Nicht jeder kann aus dem Stand entscheiden ob er den Opt-In für First Party-Cookie und Third Party-Cookie zulassen sollte….

Gerichte müssen nun Einzelfallentscheidungen über die Umsetzung auf einzelnen Websites durch schwammige EU-Richtlinien und anstehenden EU-Verordnungen fällen.

Eine Hysterie und blinder Aktionsmus machen sich breit, sodass sogar meine Kunden Cookie-Banner umgesetzt haben wollen, obwohl deren Websites gar keine Cookies setzen. Der Cookie-Banner mutiert zum Must-Have, er ist en vogue. Wer keinen Cookie-Banner hat, ist nicht im Trend und damit raus.

Dabei hat der Cookie-Banner das gar nicht verdient und nervt mich hochgradig. Denn ich surfe viel im Internet und habe keine Lust überall wiederkehrend lästige Fragen zu beantworten. Ich habe einen Browser in dem ich einstellen kann, welche Cookies ich zulassen möchte und welche nicht. Halt Moment! Hat er gerade Browser-Einstellung gesagt?

Hallo EU! Browser-Einstellung?

Ja, denn eigentlich ist ganz simpel. Die Cookie Verantwortung sollte nicht beim „Händler“ also Betreiber , sondern beim „Hersteller“ also dem Browser-Hersteller liegen! Denn es ist der Browser mit dem wir uns durch das World Wide Web bewegen und der Cookies ablehnen oder annehmen kann.

Und gute Nachricht: Jeder Browser lässt sich heute bereits im Bezug auf die Behandlung von Cookies einstellen. Zugeben in vielen Fällen nicht besonders komfortabel und in häufig auch nicht in Gänze verständlich – aber es geht. Dies zu optimieren, dürfte vergleichsweise sehr leicht sein!

Denn es gibt nicht viele Browser. Eigentlich nur 7 Browser, die 95% aller verwendeten Browser weltweit abdecken.

In Europa handelt es sich dabei laut statcounter um 

  • Google Chrome (61,51 %)
  • Safari(18,01%)
  • Firefox(7,49 %)
  • Samsung Internet (3,82 %)
  • Microsoft Edge (2,96 %)
  • Opera (2,03 %)
  • Microsoft Internet-Explorer (1,94 %).

Die Herkunft kann damit auf folgende Browser-Hersteller eingeschränkt werden: Google, Apple, Microsoft, Samsung, Opera Software und Mozilla.

Nur 6 „Browser-Hersteller“

Also es sollte jetzt schon ziemlich deutlich werden, worauf ich hinaus möchte.

Seit 18 Jahren versucht die EU die Cookies-Handhabung über die Seitenbetreiber zu regulieren. Verunsichert dabei tausende von Website-Betreibern und Millionen von Bürgern und müsste  im Kern eigentlich nur auf 6 „Browser-Hersteller“ zugehen um Ihre Anliegen nach einer transparenten Cookie-Verwaltung vorzubringen.

Ein paar Vertreter der EU und jeweils ein Vertreter der Browser-Industrie sollten bequem an einen Tisch passen und können in Folge besprechen was möglich und sinnvoll ist.

Es wird ein Aufgabenkatalog beschlossen und schon 3 Monate später würde jeder Browser eine „EU-Zulassung“ erhalten. Alle selbstgebastelten Cookie-Warnungen würden wieder verschwinden und selbst Oma Erna würde dank einer intuitiven Einstellungsmöglichkeit in Ihrem Browser nun selbst über Ihren Datenschutz bestimmen können und könnte fortan ungestört und frei von bescheuerten Cookie-Bannern durchs Netz surfen.

Weckt mich, ich träume ja nur….